Mit Baby oder Kleinkind auf den Campingplatz?

Mit Baby oder Kleinkind auf den Campingplatz? Tipps von dreifachen Eltern

Auf der Liege ausspannen, während die Kids begeistert vor sich hin spielen? Aber bitteschön in Sichtweite. Schließlich sind sie noch klein. Dann geht es zum Pool. Der ist schön flach, sodass ihr mit den Kids herrlich planschen könnt… Danach ein Familien-Eis an der Poolbar und erstmal Siesta in der gemütlichen Unterkunft halten.

Nach dem Mittagsschläfchen sind die kleinen Racker bestimmt wieder topfit. Schnell finden sie Gleichaltrige in der Camping-Nachbarschaft, mit denen sie spielen. Oder es geht auf den kleinkindgerechten Spielplatz oder zum Sandburgen Bauen an den Strand? Nach so viel Action an der frischen Luft geht es abends, nach dem Essen auf der Terrasse oder auf der Campingplaza, vielleicht noch zur Kinderdisco. Genießt einen Drink an der Campingbar, während euer Partner mit euren ganz Kleinen den Dancefloor rockt…

Nun ist der Nachwuchs aber endgültig müde. Schnell schlafen die kleinen Urlaubsengel in den (Kinder-)Betten eurer Campingunterkunft ein. So genießt ihr mit eurem oder eurer Liebsten noch einen Absacker auf der Campingterrasse – vielleicht unterm Sternenhimmel? Endlich habt ihr auch mal Zeit für euch.

Im Campingurlaub bestätigt sich auch mit kleinen Kindern ganz schnell die goldene Regel:

Sind die Kinder ausgelassen und glücklich, erholen sich auch Mama und Papa. Sicher fallen euch noch viel mehr Urlaubsmomente ein, die Balsam auf die Seelen gestresster Eltern sind, oder?

Jetzt stellt sich die Frage: Was buchen? Wenn ihr erfahrene Camper seid, werdet ihr sicher euer Campingfahrzeug kleinkindgerecht ausrüsten. Aber auch ohne diesen Aufwand, und ohne die kostspielige Anschaffung, könnt ihr schon mit den Allerjüngsten campen gehen.

Mietet einfach eine komfortable Unterkunft!

Das Angebot ist riesig. Als unsere drei Kinder klein waren, haben wir fast immer ein Mobilheim gebucht. Denn das hat ein richtiges Badezimmer, Küche, richtige Betten. Zudem bieten viele Campingplätze oder Reiseveranstalter Extraleistungen für junge Familien an: Sie stellen beispielsweise einen Hochstuhl, ein Reisebettchen oder auch Wickelauflage und Babybadewanne bereit. Detailinfos findet ihr fast immer bei den Unterkunftsbeschreibungen im Web. Meist muss diese Babyausstattung extra reserviert, manchmal auch separat bezahlt werden.

Manche Anbieter, zum Beispiel Gustocamp, gehen sogar noch weiter: Die babygerechten Mobilheime haben von einer „verschließbaren“ Veranda bis zu Herd- und Steckdosensicherung vieles, was einen Urlaub mit Kleine stressfrei und sicher macht.

Eltern mit kleinen Kids nutzen meist die günstigen Preise, die Ruhe und das milde Klima der Nebensaison. Dann ist es praktisch, wenn das Mobile Home auch eine Klimaanlage und Heizung hat. 

Auf den Platz kommt es auch an…

…und zwar auf den Stellplatz und den Campingplatz. Fangen wir mit dem Stellplatz an: Bei wenigen Campingplätzen oder Reiseanbietern kann der Stellplatz der Mietunterkunft ausgewählt und gebucht werden. Aber ihr könnt in der Regel Präferenzen angeben. Bei der Verteilung der Gäste auf die Mobilheime werden diese oft berücksichtigt. Weist bei der Buchung daraufhin, dass ihr den Stellplatzwunsch wegen eurer Babys oder Kleinkinder äußert.

Und was für einen Stellplatz wünschen sich viele Eltern kleiner Kids? Halbschattig oder schattig ist im Süden besonders wichtig. Die Unterkunft sollte zudem möglichst nicht an einer der Hauptstraßen des Campingplatzes stehen. Denn trotz strenger Regeln gibt es immer einige Autofahrer oder auch Rad fahrende Kinder, die auf dem Platz zu schnell fahren. Außerdem sind etwas „abgelegene“ Stellplätze meist viel ruhiger. Zwar sind kurze Wege zum Pool, Strand, Shop oder Restaurant schön: Aber im Zweifel war uns die Ruhe wichtiger. Der gemütliche Spaziergang mit Kleinkind, eventuell mit Buggy, gehört für uns auch schon zur Erholung. Was die kurzen Wege angeht: Viele Campingplätze legen zudem mehrere Spielplätze, über den Platz verteilt an. Dann können die Kleinen kraxeln, während ihr vor dem Mobilheim chillt. Ebenfalls wichtig: Möglichst ein Untergrund mit Rasen und keinen spitzen Steinen. Und ein wenig Abstand zum Nachbarn (was zum Beispiel an italienischen Küsten nicht so einfach zu finden ist). Denn schließlich möchte man nicht auch noch das Babygeschrei der Nachbarskinder hören…

Ganz klar – die Auswahl von Mobilheim und Stellplatz hängt untrennbar mit dem Campingplatz zusammen. Hier sind unsere persönlichen Top-Kriterien für die Vorauswahl der Campingplätze, die wir mit unseren jungen Kids gebucht haben:

  1. Region

    Unsere Checklist:

    - Wo wollten wir schon immer mal hin? Und werden uns das vielleicht nicht mehr leisten können, wenn wir später in den Schulferien, zu teuren Hochsaisonpreisen, fahren müssen? Wir entschieden uns für Sardinien, den Gardasee und die Toskana, die Costa Brava und das Languedoc.

    - Wo ist es in unseren Reisezeiten (Mai, September, Oktober) „nicht zu warm und nicht zu kalt“? Wenn der Anbieter keine Klimatabellen anbietet, einfach kurz bei Wetter.com oder ähnlichen nachschauen…

    - Wo kommen wir mit wenig Fahrzeit (oder 2 Stunden Flug plus 1-2 Stunden mit dem Mietwagen) einfach hin?

    - Wo ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass zumindest ein paar andere Familien mit kleinen Kindern dort sind. Mit unserer Rasselbande unter Senioren-Ehepaaren, jungen Sportlern oder ganz alleine auf dem Platz zu weilen – das wäre uns doch nicht so recht…

  2. Campingplatzgröße und Lage

    Große Ferien- und Campingparks können in der Vor- und Nachsaison ebenfalls relativ ruhig sein… Trotzdem: Wir mögen es klein. Unsere Favoriten sind eher mittelgroße oder familiengeführte, überschaubare und ländlich gelegene Campingplätze. In Zahlen so grob 2 bis 10 Hektar.

    Gerade mit Baby und Kleinkind ist man ja nicht so mobil wie mit größeren Kids. Ein großer Teil des Urlaubs spielt sich in und vor der Unterkunft sowie auf dem Campingplatz ab. Dann ist es ideal, wenn die Atmosphäre auf der ganzen Anlage entspannt ist. Und die Kleinen können die Natur auf und rund um den Platz entdecken.

    Bei der Auswahl des Campingplatzes ist uns ein kleines, gut zugängliches Schwimmbad mit Babybecken wichtiger als der Mega-Poolkomplex. Denn die superschnellen Wasserrutschen dürfen unsere Kleinen ja meist eh noch nicht nutzen. Dann sind sie bloß enttäuscht. Außerdem muss es ja einen guten Grund geben, älter und größer zu werden!

    Ein See- oder Meeresstrand direkt am Platz ist uns auch wichtig. Denn mit kleinen Kids das ganze „Gerödel“ ins Auto zu verfrachten, um dann nach zwei, drei Stunden am Strand alles wieder einzupacken… Das muss nicht sein.

  3. Campingplatz-Charakter und Ausstattung


Hier kommt es darauf an, welche Einrichtungen euch persönlich wichtig sind – und ob sie zu eurer Reisezeit auch geöffnet haben. Ein kleinkindgerechter Spielplatz und eine Bademöglichkeit für kleine Wasserratten stehen auf unserer Wunschliste ganz oben. Camper im Kindergartenalter lieben es meist auch, wenn der Campingplatz einen Streichelzoo hat.

 

Die Kinderclubs hingegen nehmen die Kids oft erst ab 4 Jahren auf. Aber manche Campingplätze oder Mobilheimanbieter bieten Babysitter-Service (meist gegen extra Gebühren) an – wenn ihr mal in Ruhe mit eurem Schatzi essen gehen wollt. Häufig gibt es auch eine Art Krabbelgruppe für die Kleinen, begleitet von einem oder beiden Elternteilen. Zum Beispiel einen überdachten oder umzäunten Spielbereich. Im Idealfall mit Espressobar direkt nebenan…

 

Apropos leibliches Wohl: Kaum ein Campingrestaurant, das keinen Kinderteller bietet und keinen Hochstuhl hat! Flaschenwärmer gibt es auch oft. Im Zweifel aber lieber mitnehmen. Was die Einkaufsmöglichkeiten angeht: Normale Babykost, Windeln und so weiter haben wir bisher immer im Campingmarkt erhalten. Oder im Supermercado oder Hypermarché in der Nähe.

 

Wir haben bei der Auswahl des Campingplatzes auch immer an uns gedacht – und auf die Freizeitangebote für die ganze Familie geachtet. Denn Krippen- oder Kindergartenatmosphäre hatten wir zuhause irgendwie genug. Sightseeing-Ausflüge oder Wandertouren sind unsere Lieblingsbeschäftigungen im Urlaub. Die fielen mit dem Nachwuchs zwar deutlich kürzer aus als früher, als wir noch ohne Kinder verreist sind. Aber trotzdem war es super.

 

Bei unserer Tochter erinnern wir uns noch gut daran, wie sie als knapp Zweijährige mitgewandert ist. Oder vom Buggy aus oder auf Papas Schultern gestaunt hat. Ob Blumen, Pferde und Kühe am Wegesrand – langweilig wurde ihr nicht. Ganz im Gegenteil.

 

Und wir denken gerne daran zurück, dass sie als Kindergartenkind staunend durch die Burg Carcassonne, die Piazza del Campo in Siena oder über den Markusplatz in Venedig lief. Wir Eltern werden diese gemeinsamen Urlaubserlebnisse nie vergessen… und die Kleine irgendwie auch nicht. Da sind wir sicher!


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